Freundeskreis
Museum Kurhaus &
Koekkoek-Haus Kleve e.V.


Über uns

Sammlungstraditionen in Kleve

Das Sammeln von Kunst hat in Kleve Jahrhunderte lange Tradition. Bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts hatte Herzog Wilhelm der Reiche von Jülich-Kleve-Berg begonnen, eine Sammlung römischer Antiken auf der Klever Burg anzulegen. Johann Moritz von Nassau-Siegen, der äußerst kunstsinnige brandenburgische Statthalter, auf dessen Ansporn hin Kleve im 17. Jahrhundert in eine blühende Gartenstadt verwandelt wurde, entdeckte den Kunstbestand wieder und baute ihn zu einer ansehnlichen Kunst- und Wunderkammer aus. Im 18. Jahrhundert knüpfte der gelehrte Klever Regierungspräsident Julius Ernst von Buggenhagen an die Sammlungstradition Nassau-Siegens an und errichtete im Johannis-Turm der Klever Burg, unter Ergänzung der vorhandenen Antikensammlung, einen Antiquitätensaal ein.


Einen herben Rückschlag verzeichnete das Klever Sammlertum 1794 durch den Einmarsch der französischen Truppen in die Stadt, bei dem sein Bestand durch Plünderung stark reduziert wurde. 1865 wurde in Kleve die Gründung eines Museums ins Auge gefasst, das gemäß dem Zeitgeschmack den römischen Altertümern gewidmet sein sollte und schließlich Obdach im klassizistischen Rathaus fand.

Die wechselvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts und die völlige Zerstörung Kleves im Zweiten Weltkrieg wiesen diesem Museum mitsamt seiner im Krieg stark dezimierten Sammlung stetig wechselnde Unterkünfte zu, bis der Rat der Stadt Kleve 1955 die Gründung eines neuen Museums beschloss. Als geeigneter Standort dafür wurde das Haus Koekkoek bestimmt, das der Landschaftsmaler Barend Cornelis Koekkoek 1846 bis 1848 erbauen ließ. 1960 fand schließlich die festliche Eröffnung des Städtischen Museums Haus Koekkoek statt. Das Hauptinteresse verlagerte sich hin zur Landschaftsmalerei der Klever Romantik, vornehmlich den Bildern Koekkoeks und seines Kreises. Diese Werke ergänzten die  Kunst des späten Mittelalters aus der Blütezeit des Herzogtums Kleve und die Kunst des 17. Jahrhunderts, als Johann Moritz aus der Stadt einen Mittelpunkt des niederländischen Barock gemacht hatte.

Gründung des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V.

1987 wurde durch eine Gruppe von interessierten Bürgern ein Förderkreis des Museums Haus Koekkoek gegründet, der sich zum Ziel gesetzt hatte, Museum, Kunst und Kultur in Kleve gezielt zu fördern. Sein erstes Augenmerk lag auf einem verstärkten Ausbau der Sammlungen und einer Linderung der Raumnot innerhalb des Museums.

1989 erwarb die Stadt den Komplex des ehemaligen Kurhauses mit dem Friedrich-Wilhelms-Bad, der Wandelhalle und dem angegliederten ehemaligen Kurhotel. Nachdem der Beschluss gefasst worden war, in diesen Räumlichkeiten ein neues Museum errichten zu lassen und der Typograph Walter Nikkels und der Architekt Heinz Wrede mit dem Umbau betraut worden waren, nahm sich der Verein fortan die Förderung beider Häuser zur Aufgabe. Er wurde 1996 daher zum Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. umbenannt.

Als in den neunziger Jahren durch die Präsenz des neuen Museum Kurhaus Kleve die Zukunft des B.C. Koekkoek-Hauses ungewiss schien, ist es der Initiative des Freundeskreises zu verdanken, dass für sein Fortbestehen eine Stiftung gegründet werden konnte, an der sich auch die Stadt Kleve und die NRW-Stiftung beteiligten.

Vielfältige Aufgabenbereiche des Freundeskreises

Der Freundeskreis führt somit die lange Tradition der Kunstförderung fort. Er zählt heute nahezu 1.550 Mitglieder von nah und fern und unterstützt das Museum Kurhaus Kleve und B.C. Koekkoek-Haus auf mehreren Ebenen. Im Zentrum seiner Aufgaben steht die Beschaffung finanzieller Mittel in Zeiten knapper öffentlicher Kassen. Zahlreiche Ankäufe – Gemälde, Graphiken, Zeichnungen und Skulpturen – können daher heute die Sammlungen beider Museen bereichern. Ermöglicht wurde dies durch die hohe Anzahl der Mitglieder des Freundeskreises, die die Idee einer Kulturförderung zum Wohle der Stadt als attraktiv empfinden und gemeinsam gewillt sind, ihrer Stadt ein stärkeres kulturelles Profil zu verleihen.

Der Freundeskreis ist zudem Herausgeber der Publikationen beider Häuser und bietet vielfältige Sonderveranstaltungen, wie exklusive Führungen, Vorträge und Exkursionen. Er unterstützt die Klever Museen nicht nur finanziell, sondern auch durch die ehrenamtliche Mitarbeit vieler engagierter Mitglieder.

Jedes Mitglied des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. trägt entscheidend zur Erhaltung und Steigerung der Attraktivität beider Institutionen bei und leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der gesamten Klever Kulturlandschaft.

Nach Hendrik Feltman, Die sechs Herzöge aus dem Hause Kleve-Mark (Wilhelm d. Reiche als zweiter von rechts), 17. Jh.
J.M. v. Miereveldt, Johann Moritz von Nassau-Siegen, 1636
Jan de Baen, Johann Moritz von Nassau-Siegen, um 1670
Der Antiquitätensaal auf der Schwanenburg, 1795
Bildnis des Malers B.C. Koekkoek, Lithographie nach Charles Baugniet, 1839
Das B.C. Koekkoek-Haus in Kleve
Das Museum Kurhaus Kleve
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