76 Künstler der Niederlande des 19. Jahrhunderts mit etwas über 100 Werken: Die Ausstellung zeigt einen Teil eines wesentlich größeren Ensembles, das in den vergangenen 50 Jahren durch verschiedene Personen privat zusammengetragen wurde.
Das Konvolut, das den Titel „Sammlung Noviomagus“ trägt, ist seit 2021 vereint. Mit dieser Ausstellung gelangt es durch Schenkung an den Freundeskreis der Klever Museen. Der Teil, der das 19. Jahrhundert umfasst, wird in die Sammlung des B.C. Koekkoek-Hauses integriert.
Die Zeichenkunst gilt als die Mutter der bildenden Künste. Die Fähigkeiten zum Zeichnen wurden auf den Akademien seit dem 17. Jahrhundert gelehrt. Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts wurden in vielen niederländischen Städten Zeichenakademien – „Teekenscholen“ – gegründet: in Middelburg, in Dordrecht, in Groningen, Utrecht und Amsterdam. Später übernahmen diese Ausbildung die Akademien. Ob mit Bleistft, Kreide, Feder oder Pinsel - die Zeichnung gibt den direkten Blick des Künstlers wieder und hatte oft nicht den Anspruch eines fertigen Kunstwerks.
Das Ensemble gibt viele Einblicke in die Vergangenheit vor zweihundert Jahren, jedes Blatt erzählt dem Betrachter seine Geschichte. Die Kunstwerke bleiben mit der Liebe der Sammler verbunden: Sie fischten die Blätter mit wachem Auge und der Energie eines Jägers aus den Wogen des Kunstmarktes, der damals noch nicht das Internet und die künstliche Intelligenz kannte. Jedes Kunstwerk beinhaltete eine manchmal mühsame Recherche und Reise. Mancher Zeichnung ist ihr eigener Weg anzusehen. Sie war zu sehr dem Licht ausgesetzt und hat und nicht Jahrhunderte geschützt in einer Schublade gelegen. Andere wiederum blicken uns in einer erstaunlichen Frische und Aktualität an.
Hundert und ein Blick ist eine Wanderung für unsere Augen durch das Fenster der Zeit.